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Let it be

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Eine Meditation der Gelassenheit

Appell zur Gelassenheit, Melodie des Loslassens, Philosophie des Lebens

Let it be“ – drei einfache Worte, die als Melodie um die Welt gingen und zu einem Appell für Generationen wurden. Bekannt geworden durch den gleichnamigen Beatles-Song von 1970, begleiten diese drei Worte durch die Unruhen des Lebens und zeigen auf eine archetypische Haltung, die sich an den Kanten von Resilienz, Akzeptanz und Spiritualität bewegt. Sie verkörpert eine der tiefgreifendsten menschlichen Weisheiten und ist, so könnte man sagen, zu einer Philosophie des Lebens geworden – eine bewusste Entscheidung, die in der Spannung zwischen Kontrolle und Hingabe entsteht, Hingabe an den fortwährenden Tanz des Lebens.

Entstehung und kultureller Kontext

Paul McCartney schrieb „Let It Be“ während der turbulenten Auflösungszeit der Beatles, inspiriert von einem Traum seiner verstorbenen Mutter Mary, die ihm mit sanften Worten Trost spendete und zuflüsterte: „let it be“. So wurde aus persönlichem Schmerz eine universelle Melodie der Hoffnung, die in den stürmischen späten 1960ern einer ganzen Generation Halt gab. Hier wird das Loslassen nicht nur als psychologische Entlastung erfahrbar, sondern als spirituelle Führung, ein Zeichen von Verbundenheit jenseits von Zeit und Raum.

Philosophische Wurzeln

Die Philosophie des „Let it be“ findet sich in verschiedenen geistigen Traditionen wieder und fungiert als Brücke zwischen westlicher Rationalität und östlicher Mystik.In der buddhistischen Philosophie resoniert die Haltung des „Lass-es-sein“ mit dem Prinzip des Anhaften-loslassens (Upādāna), das als Schlüssel zur Überwindung von Leid gilt. Anhaftung an Erwartungen und Wünschen erzeugt zwangsläufig Dukkha – Leid oder Unzufriedenheit. „Let it be“ ruft dazu auf, loszulassen, um das Leben in seinem Fluss zu akzeptieren. Der antike Stoizismus lehrte die Unterscheidung zwischen dem Kontrollierbaren und Unkontrollierbaren. Die christliche Mystik kennt die Gelassenheit als Hingabe an die göttliche Vorsehung. „Let it be“ vereint diese Weisheitstraditionen in moderner Form und lädt dazu ein, sich mit dem Unbekannten zu versöhnen, ohne den Antrieb zur Veränderung zu verlieren.


„Let it be“ – einfach und poetisch zugleich.

Es fordert nichts, sondern schlägt vor. Diese Zurückhaltung schafft einen Raum, der aufnehmend ist und offen bleibt für das, was sich zeigt – ein Raum der Freiheit und Unabhängigkeit, ein Raum für Mitgefühl sich selbst gegenüber. Eine Weisheit, die der Dichter Rilke als „die Geduld, die Dinge zu ertragen, wie sie sind“ beschreibt.

Psychologie & Wirkung

Aus psychologischer Sicht repräsentiert „Let it be“ wichtige Konzepte moderner Therapie auch als ein Element der Achtsamkeit und der Emotionsregulation. Achtsamkeitspraktiken basieren auf dem nicht-wertenden Beobachten der Gegenwart – Let it be. In der Praxis des MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) wird geübt, Gedanken, Gefühle und körperliche Empfindungen wahrzunehmen, ohne in Reaktivität zu verfallen. Wir lassen sie buchstäblich – Let it be – sein.

Die Neuropsychologie zeigt, dass chronischer Stress und Grübeln gesundheitsschädlich sind. Let it be stärkt unsere Resilienz gegenüber Stress und innerer Unruhe.

Grenzen und richtige Interpretation

„Let it be“ bedeutet nicht passive Resignation oder Gleichgültigkeit. Die wahre Weisheit liegt in der Unterscheidung zwischen produktivem Handeln und sinnlosem Widerstand. Es geht um die bewusste Entscheidung: Wo können wir konstruktiv eingreifen, und wo müssen wir lernen loszulassen?

Aktualität und Relevanz

In unserer Zeit der ständigen Erreichbarkeit und Optimierungsdrucks gewinnt „Let it be“ neue Relevanz. Social Media verstärkt toxischen Perfektionismus – „Let it be“ wirkt als Gegengift und erinnert daran, dass Vollkommenheit weder erreichbar noch notwendig ist. Bei globalen Herausforderungen wie der Klimakrise hilft diese Haltung, einen Mittelweg zwischen wichtigem und notwendigen Engagement und Akzeptanz des Unkontrollierbaren zu finden.

Integration

Die Integration von „Let it be“ geschieht durch Meditation, bewusstes Innehalten und die Frage „Was kann ich hier wirklich kontrollieren?“. In Beziehungen bedeutet es, andere zu akzeptieren, anstatt sie verändern zu wollen. Im Beruf hilft es beim Umgang mit Rückschlägen und Unsicherheiten.

Im Spannungsfeld zwischen westlicher Rationalität und östlicher Mystik bietet „Let it be“ eine Brücke. Es ist eine Einladung am das Leben, eine Einladung dazuden Glauben an die eigene Kontrollierbarkeit der Welt zu hinterfragen und sich mit dem Unbekannten zu versöhnen – ohne den Antrieb zur Veränderung zu verlieren, sondern in der Balance zwischen Tun und Sein.

„Let it be“ ist mehr als ein Liedtext – es ist ein lebenspraktisches, philosophisches und spirituelles Paradigma, das den Weg zu Gelassenheit, Akzeptanz und innerem Frieden weist. Die wahre Kraft liegt nicht in passiver Resignation, nicht im städige Hadern, ewigem Groll oder Wut, sondern in der aktiven Entscheidung zur Gelassenheit. Gerade in einer Zeit großer gesellschaftlicher Aufgaben und Herausforderungen, von Unruhen und Kontrollansprüchen erweist sich dieses einfache ud doch komplexe Lebensprinzip als wertvoller Anker für die menschliche Seele.

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Über mich
Über mich, Stephania Laih, Therapeutin und Trainerin für psychische Gesundheit & persönliche Stärke; MHFA Ersthelfer-Ausbilderin und Key Note Speakerin für Gesundheitsrhetorik, hält einen Vortrag, der die Zuhörer:innen begeistert.

Ich bin Stephanie Laih, Therapeutin und Begleiterin für Menschen, die sich selbst wieder näherkommen möchten.

In meiner Arbeit verbinde ich Körper, Geist und Seele – mit Achtsamkeit, Herz und Humor.

Diese Auszeiten sind für mich ein Herzensprojekt: Kleine Inseln im Alltag, um zu atmen, zu spüren und zu sein.

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